BarockGemälde

aus Berlin

 

                              

                                  

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Friederike, Herzogin von York, Prinzessin von Preußen (1767-1820)

 

Das Gemälde (Öl auf Leinwand) zeigt die Prinzessin in ganzer Figur. Das Bild ist wegen zweierlei Dingen interessant: Zum einen ist das Format sehr ungewöhnlich. Es ist mit 1,55 x 0,75 Metern sehr schmal und lang. Zum anderen ist die Darstellung der Prinzessin nicht so steif, sondern – der Malweise des Frühklassizismus angemessen – eher natürlich und leicht. Weggelassen wurde jener barocke Pomp, der die Bilder so schwer hat erscheinen lassen. Die Figur der Dargestellten macht eine spiralförmige Bewegung. Gleichsam als wenn die Prinzessin die erste Stufe eine Treppe emporsteigen möchte, ist ihr Körper etwas nach rechts während ihr Kopf nach links gewendet ist. Der Spiralbewegung folgen zuletzt noch die Augen.

Das Gesicht der Prinzessin

Die Prinzessin ist à l’Anglaise (englisch) gekleidet: weißgraues Gewand mit blauer Schärpe und gleichfarbigem Band im Haar. Dazu, als Zeichen ihres gesellschaftlichen Ranges, trägt sie einen Hermelin. Das Gemälde entstand im Mai bis August des Jahres 1999. Das Gesicht ist eine Kopie nach J.F.A. Darbes (1747-1810), der sie in einem Brustbild (61 x 46 cm) darstellte. Darbes, bekannt für seine schonungslose Wahrheitsliebe, verheimlicht das Grobschlechtige in diesem Gesicht nicht. Dieses Pastellbild von Darbes entstand 1787. Zur gleichen Zeit etwa malte Anton Graff (1736-1813), ein aus der Schweiz nach Dresden berufener Maler, der oft in Berlin weilte, die Prinzessin. Das Graff'sche Bild ist im Gegensatz zu dem Darbesbild viel anmutiger. Jedoch ist die Ähnlichkeit zwischen beiden Bildern, Darbes und Graff, eher gering.

Die Rosette der Konsole

Im Gegensatz zu seiner Bewegtheit der Darstellung, ist das Gemälde in seiner farblichen Gestaltung eher nüchtern und trocken. Vorherrschend sind hier die Farben hellgrau und blau. Alle anderen warmen Farben sind so abgedunkelt, daß sie nicht mehr das Kolorit des Bildes bestimmen.

Die Hermelindraperie

In dem Bild wurde aber nochmals auf das barocke Element des Konsoltisches zurückgegriffen. Jedoch ist diese Konsole nicht mehr ausladend, sondern verbleibt dezent im Hintergrund. Selbst die Rosette ist gezwungen, in dem für sie vorgesehenen Rechteck zu verweilen. Auch dieses zeugt von dem einfacheren und schlichteren Stil des Klassizismus, der zu dieser Zeit in Europa gerade Einzug hält.

Prinzessin Friederike oder die Tochter des "Dicken Lüderjahn"...