BarockGemälde

aus Berlin

 

                              

                                  

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Zeitgeschichte

Friedrich I.(1657-1713), Preußens erster König, ist in der Geschichte weniger bekannt aufgrund politischer Großtaten, sondern eher aufgrund seiner Verschwendungssucht. Sehr verliebt in die eigene Wichtigkeit ist er jedoch auch interessiert an den Künsten und den Wissenschaften. 1700 wird auf Initiative von Gottfried Wilhelm Leibniz in Berlin eine Akademie der Wissenschaften gegründet - die dritte in Europa. Friedrich I. ist wohl gebildet und spricht mehrere Sprachen. Neben dem seinerzeit an den Höfen unerläßlichen Französisch, Deutsch (bei Friedrich dem Großen sollte das keine Selbstverständlichkeit sein) Polnisch und fließend Lateinisch.

1701 wird das souveräne Herzogtum Preußen, das außerhalb des Reiches und damit des Herrschaftsbereiches des Kaisers in Wien lag, Königreich. Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg, setzt sich dazu in Königsberg die Krone auf und nennt sich fortan Friedrich I., König in Preußen. Dem vorausgegangen waren zähe Verhandlungen mit dem Kaiser in Wien um dessen Anerkennung der Königswürde. Denn die Kaiserkrone strahlte und noch galt der Kaiser in Wien als der vornehmste Fürst unter den Fürsten Europas, ohne den keine Standeserhöhung möglich war. Das hieß also sich seiner Zustimmung zu versichern, um in Europa anerkannt zu sein. Als Zeichen der neuen Königswürde galt es für ihn nun noch deutlicher einen aufwendigeren Lebensstil zu pflegen. Sein Land gerät schon bald nach der Königskrönung in eine schwere Finanzkrise. Von den vier Millionen Talern, die das Land in einem Jahr einnimmt, verbraucht der Hof allein schon mehr als die Hälfte.

Sein vollständiger Titel lautete jetzt: „Friedrich, von Gottes Gnaden König in Preußen, Markgraf zu Brandenburg, des Heiligen Römischen Reiches Erzkämmerer und Kurfürst; zu Magdeburg, Kleve, Jülich, Berg, Stettin, Pommern, Kassuben und Wenden, auch in Schlesien zu Krossen Herzog; Burggraf zu Nürnberg, Fürst zu Halberstadt, Minden, Cammin; Graf zu Hohenzollern, der Mark und Ravensberg, Herr zu Ravenstein und der Lande zu Lauenburg und Bütow“. Nur der Papst zögerte die Anerkennung hinaus: Im offiziellen römischen Staatskalender fand man noch bis 1787 den Herrscher des inzwischen zur Großmacht aufgestiegenen Preußen unter dem Titel „Marchese di Brandenburgo“ (Markgraf von Brandenburg).

Das Edikt von Potsdam von 1685, das von seinem Vater, dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm erlassen wurde und sämtlichen Protestanten Europas (besonders den französischen Hugenotten) aber auch Juden einen sicheren Ort vor Verfolgung bot, hatte unter Friedrich I. auch weiter bestand. Denn es galt die, durch den Dreißigjährigen Krieg immer noch schwer zerstörte und durch diesen Krieg sowie die Pest fast menschenleere Mark Brandenburg wieder aufzubauen und wieder mit Menschen aufzufüllen.

Auch für die Kunst tat er einiges. 1696 wird in Berlin die Akademie der Künste gegründet. Mit dem Berliner Stadtschloß entstand der größte Barockbau nördlich der Alpen. Am Ende besaß das Schloß zwischen 700 und 1300 Räume (je nach Zählweise). Eine genaue Festlegung erscheint schon deswegen zwecklos, weil durch bedarfsbedingte Umbauten laufend Umbauten erfolgten. Die letzten von der Schlösserverwaltung hergestellten Lagepläne wiesen 1210 Räume aus.

Die Drap-d'or-Kammer der Paradekammern Friedrichs I. im Berliner Schloß - Zentrum des Tabakskollegiums.

Das Schloß vom Schloßplatz aus gesehen: Im Hintergrund die Schloßkuppel, rechts ältere Gebäudeteile aus dem 16. Jahrhundert.

Wie aber läßt sich seine Verschwendungssucht erklären? Aus der kargen Jugendzeit an der Seite seines Vaters? Seine übertriebene Eitelkeit hängt vielleicht auch mit seiner eher kümmerlichen äußeren Erscheinung zusammen. Der König wurde als Kind von einer Amme fallen gelassen. Davon blieb ein kleiner Buckel zurück, den er mit übergroßen Perücken zu kaschieren versuchte. Die Berliner nannten ihn deswegen den "Schiefen Fritz". Vielleicht läßt sich die Verschwendungssucht aber auch anders erklären. Heimliches Vorbild in fast allem dieser Zeit ist Ludwig XIV. Und in Deutschland (Brandenburg macht da keine Ausnahme) äffen über 1500 Fürsten Versailles nach. Doch der Mehrzahl fehlt dafür fast immer das Geld.

 

So auch Christian Ludwig, Markgraf von Brandenburg-Schwedt. Christian Ludwig (1677-1734) war der jüngste Halbbruder Friedrichs I. und trug den Titel eines Markgrafen von Brandenburg-Schwedt. Diese Markgrafschaft war allerdings nur von sehr geringer Bedeutung mit ihren drei Dörfern (und drei Schlössern!). Außerdem war die landesfürstliche Stellung sehr begrenzt, denn die Markgrafen unterstanden immer noch dem preußischen König.

Christian Ludwig war nicht nur Soldat, denn als solcher verdiente er Geld, sondern auch musisch begabt. Er liebte die Künste. Im Berliner Schloß war es ihm möglich eine kleine Hofkapelle zu unterhalten, für die Johann Sebastian Bach die berühmten sechs Brandenburgischen Konzerte schrieb. Das war im Jahre 1721.

 

Zweite Gemahlin Friedrichs I. war die Königin Sophie Charlotte (1668-1705). Sophie Charlotte war die Tochter des Herzogs Ernst August von Braunschweig-Lüneburg und seiner Gemahlin Sophie von der Pfalz. Ihr Vater wurde später der Kurfürst v. Hannover. Ihr Bruder Georg bestieg als Georg I. den englisch-hannoverschen Thron. Dieser Aufstieg der Familie trug zum Stolz und Selbstbewusstsein dieser Königin bei. Geistreich, hochgebildet und vielseitig begabt liebt sie die abendlichen Maskeraden und Bälle, auf denen sie ihre vielfältigen musikalischen und schauspielerischen Talente effektvoll zur Geltung bringen konnte. Er hingegen zog sich meist schon zeitig zurück, so dass man, wie ein Höfling sagte, von den Abendveranstaltungen der Königin sogleich zum Morgenempfang des Königs gehen konnte.

Mit dem Universalgenie Leibnitz, dem Lehrer ihrer Jugend, hatte sie einen regen Gedankenaustausch. Mit ihm gelang es ihr Friedrich I. zur Gründung der Akademie der Wissenschaften zu bewegen. Besonderer Höhepunkt in ihrem Leben sollte aber die Krönung zur ersten preußischen Königin im Königsberger Schloß am 18. Januar 1701 sein. Ganz unverhofft verstarb sie an den Folgen einer verschleppten Erkältung in Hannover.

Schloß Charlottenburg von der Parkseite aus gesehen.

Schloß Charlottenburg - Enfilade:  etwa 140 Meter langer Durchblick durch 13 Kabinette und Galerien.

Sophie Charlottes großes musikalisches Talent war schon sehr früh erkannt und durch die ebenfalls musikbegeisterten Eltern gefördert worden. Täglich verbrachte sie, wenn es ging, mehrere Stunden am Cembalo. Eines aus ihrem privaten Besitz ist noch heute im Schloß Charlottenburg zu bestaunen.

 

Die dritte Gemahlin Friedrichs I. war Königin Sophie Luise (1685-1735), auch bezeichnet als die "Mecklenburgische Venus". Diese Ehe kam nur auf Drängen des Hofes zustande, weil dieser sich ernsthaft Gedanken um die Thronfolge machte. Zwar gab es schon einen Thronfolger (Friedrich Wilhelm I., gen. Soldatenkönig) und der war auch bereits seit zwei Jahren verheiratet. Doch starben deren Kinder bereits sehr früh oder es waren Mädchen. Und auch eine erneute Schwangerschaft der jungen Kronprinzessin Sophie Dorothea war aufgrund ihres angegriffenen Gesundheitszustandes wenig wahrscheinlich. Für die königlichen Berater lag die Antwort auf der Hand. Friedrich I. sollte nun selber noch einmal für Nachwuchs sorgen.

Bei der Wahl der künftigen Braut konnte man nicht wählerisch sein. Denn der König war auch nicht mehr der jüngste. Man kam am Hofe auf jene mecklenburgische Prinzessin. Sie war 23 Jahre alt und für sie hatte sich noch kein passender Ehemann gefunden. Sophie Luise war in relativ einfachen Verhältnissen aufgewachsen, genoß keine besondere Bildung und war ansonsten streng lutherisch erzogen worden. Geld war nur wenig vorhanden und Vergnügungen wurden von den Mecklenburgern aufgrund ihres Glaubens zutiefst mißbilligt.

Als die Werbung aus Berlin am Schweriner Hof eintraf, zögerte man nicht lange, in die Heirat einzuwilligen. Beide Ehepartner kannten einander nicht. Aber die Braut war in einem gebärfähigem Alter und das reichte vorerst.

Sophie Luise zerbrach an der höfischen Etikette. Sie machte sich zum Gespött der gesamten Hofgesellschaft. Sie als strenggläubige Protestantin entsagte sie jeglichem weltlichen Vergnügen. Sie pflegte sogar den König als einen Sünder hinzustellen. So sonderte sich die Königin mehr und mehr von ihrer Umgebung ab. Die letzte Begegnung der Eheleute lief denn auch folgendermaßen ab: Bei einem ihrer Anfälle war es der Königin gelungen an ihrer Bewachung (!) vorbeizukommen. Völlig hysterisch lief sie in einem weißen Nachthemd durch die Flure des Schlosses. Dabei muß sie eine Glastür übersehen haben. Sie stand blutüberströmt und völlig wirr vor dem König, der glaubte die Weiße Frau vor sich zu haben, also jenes Hausgespenst der Hohenzollern, das der Sage nach immer kurz vor dem Tod  eines Familienmitgliedes zu erscheinen pflegte.

Der vollkommen entsetzte König versuchte sich so schnell wie möglich von seiner Gemahlin zu trennen. Und außer den Hochzeitsfeierlichkeiten hatte sich sowieso "nichts Reelles" ereignet. Sprich: der erhoffte Kindersegen blieb aus. Derweil hatte die Kronprinzessin Sophie Dorothea weiteren Kindern das Leben geschenkt, darunter auch Friedrich dem Großen.

Mit dem neuen König Friedrich Wilhelm I. (1688-1740), dem sog. Soldatenkönig änderte sich einiges. Zunächst machte er Schluß mit dem äußerst aufwendigen Leben am Hofe. Eine sehr dramatische Version dieser Wende schildert uns Karl Ludwig Freiherr von Pöllnitz: "Sobald Friedrich (der alte König) die Augen geschlossen hatte, schritt der neue Herrscher, ohne sich nach rechts oder links umzusehen, durch die dichtgedrängte Schar des Hofstaates nach seinem Zimmer und warf die Tür hinter sich zu. Nah kurzer Zeit ließ er den Oberhofmarschall von Printzen mit dem Etat des Hofstaates zu sich rufen und strich den Etat von oben bis unten durch. Alle Hofbeamten waren mit einem Schlag entlassen. Printzen rang vergeblich nach Worten, als er zu dem ängstlich harrenden Hofstaate zurückkehrte. Endlich riß ihm der Generalleutnant von Tettau das Papier aus den Händen und rief beim Anblick der verhängnisvollen striche: 'Meine Herren, unser guter Herr ist tot, und der neue König schickt euch alle zum Teufel!'" Ob diese Version der Wahrheit entspricht, ist nicht belegt. Allerdings war Pöllnitz auch Theaterdirektor...

Wissenschaft und Künste blieben ihm fremd. Im Laufe der Zeit wurden sie denn auch weitgehend vom Berliner Hof verbannt. Nur wenige Schöngeister überstanden diese dramatischen Einschnitte, darunter auch der französische Hofmaler Antoine Pesne. Ihm wurde allerdings das Gehalt um die Hälfte gekürzt. Das Tafelsilber der Schlösser wurde eingeschmolzen und mit dem Erlös wurde der riesige Schuldenberg versucht abzutragen. Die Etats der Akademien der Wissenschaften und der Künste wurden zusammengestrichen. Sparsamkeit war das oberste Gebot des Finanzministers (er selbst). Geld floß von nun an in die Armee.

Das Heer, das er systematisch ausbaute, machte bei den europäischen Mächten schon Kraft seines bloßen Daseins Eindruck. Es marschierte als erstes im Gleichschritt. Eine ganz besondere Begabung stellt sein Organisationstalent dar. Durch und durch Realist, erkennt er sofort Fehler in der Verwaltung und in der Durchführung staatlicher Unternehmen. Und er weiß auch, wie sie zu verbessern oder zu korrigieren sind.

Kein Hohenzoller ohne Extravaganzen. Seine sind die Blauen Grenadiere, gen. die Langen Kerls, junge hochgewachsene Männer (in der Regel 2 Meter groß) aus nahezu allen Ländern Europas. Im kargen Schloß Königs Wusterhausen fand das Tabakskollegium statt. Eine Veranstaltung, bei der schlicht gesoffen und derbe Späße getrieben wurden, aber auch über politische Dinge diskutiert wurde.

Schloß Königs Wusterhausen

Gegessen wurde im übrigen auf blank geschrubbten Eichentischen und auch nicht von Silbertellern, sondern von Zinktellern. Das zeigt nochmals die Kargheit des Hofes von Königswusterhausen, sehr zum Leidwesen der Königin Sophie Dorothea, einer stolzen Hannoveranerin und ihren Kindern.

Daß alle Menschen gleich sind, ist in dem Preußen seiner Zeit bereits eine Selbstverständlichkeit, spricht doch Anfang des 18. Jahrhunderts jeder dritte Berliner nicht deutsch, sondern französisch. Den Oderbruch hätte man wohl ohne bedingungslose Toleranzpolitik kaum urbar machen können. Neben Hugenotten kommen 20 000 Salzburger Protestanten, daneben Waldenser, Mennoniten, sogar Presbyterianer aus Schottland, Juden und Katholiken aus Evangelischen Staaten. Dies war eines seiner größten Verdienste neben dem Aufbau einer straffen und funktionsfähigen Verwaltung sowie dem Schuldenabbau.  

 

Friedrich Wilhelms Gemahlin war die Königin Sophie Dorothea (1687-1757). Hatte sie sich bei den Hochzeitsfeierlichkeiten noch in traumhafte Märchenschlösser versetzt geglaubt, so wurde sie nicht viel später eines Besseren belehrt. Bereits zu Kronprinzenzeiten wurde das junge Paar in Königs Wusterhausen untergebracht. Hier in der schlichten Atmosphäre, wo Friedrich Wilhelm seiner Jagdleidenschaft nachging, fühlte sich Sophie Dorothea fehl am Platze.

Während ihrem Gemahl kostspielige Festlichkeiten ein Greuel waren, verabscheute sie die Bauernmahlzeiten, die auf den blankgescheuerten Eichentischen gereicht wurden. Hätten die Vorlieben unterschiedlicher sein können? Tochter Wilhelmine hat diese Situation treffsicher formuliert: "Unter Friedrich I. war Berlin das Athen des Nordens, unter Friedrich Wilhelm wurde es zum Sparta." Der einzige "Luxus", den der König seinem "Fiekchen" zugestand waren ein Winterkleid pro Jahr und sie durfte als einzige am Tisch von silbernen Tellern speisen.

Von ihrem schmalen Etat konnte sie sich allerdings noch ein kleines Refugium schaffen - Schloß Monbijou. Und hier ging es nun auch etwas königlicher zu, als in dem spartanischen Königs Wusterhausen. Sophie Dorothea überlebte ihren königlichen Gemahl (von ihr "Wilcke" genannt) um 17 Jahre.

 

Königin Elisabeth Christine von Preußen (1715-1797), die Schwiegertochter der Königin Sophie Dorothea, war eine Tochter Herzog Ferdinand Albrechts II. von Braunschweig-Bevern und seiner Gemahlin Antoinette Amalie. Sie wuchs in relativ bescheidenen Verhältnissen auf.

Die Eheanbahnung war gegen die Natur, wider die Liebe und die Leidenschaften. „Man will mich mit Stockschlägen verliebt machen“, klagte Kronprinz Friedrich (der Große) über die Pläne des Vaters, der das Äußere der Braut mit den Worten „nicht hässlich, auch nicht schön“ und die inneren Werte mit „gottesfürchtig“ preußisch knapp umschrieb. Friedrich willigte ein, um seiner Gefängnishaft zu entkommen. Denn dem voraus ging eine schwere Familientragödie, bei der Friedrich (der Große) nach England fliehen wollte. Für seinen Vater war dies Fahnenflucht, die zunächst mit seinem Tod (!) bestraft werden sollte.

Das Paar lebte in Rheinsberg und beschäftigte sich mit Kunst und Philosophie. Seit dem Tode Friedrich Wilhelms I., des Vaters Friedrichs, lebte das Paar getrennt: Er in Sanssouci und sie in Schönhausen, wo sie mehrere Schriften verfasste und Konzerte veranstaltete. Friedrich schloß seine Gattin komplett aus seinem öffentlichen und privaten Leben aus. Kinder gab es deswegen auch keine. Elisabeth Christine 1748 an ihren Bruder: „Nach der Beschreibung, welche man mir vom Theatersaal in Potsdam gemacht hat, muß er sehr schön sein; glücklich die, welchen vergönnt ist, dort zu sein; aber alle diese Herrlichkeiten sind es nicht, nach denen sich mein Herz sehnt, es ist der theure Herr der jene Räume bewohnt. Warum musste es denn sein, dass Alles anders wurde, und dass ich seiner Güte und liebenswürdigen Gesinnung verlustig ging? Mit welchem Vergnügen gedenke ich noch heute der Rheinsberger Zeit, da ich noch das Glück hatte, dass mein Herr mir liebevoll begegnete, er, den ich anbete und für den ich gern mein Leben opfern würde. Wie tieftraurig empfinde ich…!“ Bis zu ihrem Tode engagierte sie sich sehr sozial.

 

Eine weitere Schwiegertochter der Königin Sophie Dorothea war die Markgräfin Anna Elisabeth Luise von Brandenburg-Schwedt (1738-1820). Sie war verheiratet mit dem Nesthäkchen der Familie, dem Prinzen Ferdinand (1730-1813). Interessant aber keineswegs ungewöhnlich dabei ist, daß der Prinz gleichzeitig der Onkel der Prinzessin Anna Elisabeth Luise war. Er war eher zurückhaltend, gehemmt, zudem oft von schlechter Laune geplagt und ohne besondere Begabungen ausgestattet.

Durch sein kränkliches Wesen mußte er sich schon mit 30 Jahren auf sein Schloß Friedrichsfelde (bei Berlin) zurückziehen. Allerdings war auch Anna Elisabeth Luise, die Tochter seiner älteren Schwester Sophie nicht von einfacher Natur. Fünf Kinder brachte die hübsche Prinzessin zur Welt, darunter auch den Mythos der Hohenzollernfamilie Prinz Louis Ferdinand, der sein Leben in einer Schlacht gegen Napoleon bei Saalfeld ließ.

Ein architektonisches Denkmal ist bis heute überliefert: Das Schloß Bellevue, der Amtssitz des Bundespräsidenten. Mit dem Bau wurde Boumann beauftragt, der am Rande des Tiergartens in den Jahren 1785-86 das Schloß im Übergang vom Barock zum Klassizismus schuf. Für die Innenausstattung war Langhans zuständig, der wenige Jahre später auch das Brandenburger Tor schuf.

Beide Eheleute erreichten ein für die damalige Zeit überaus hohes Alter. Die Prinzessin wurde 82 Jahre und der Prinz sogar 83 Jahre.

 

Prinzessin Wilhelmine (1726-1808) war eine Tochter des Landgrafen Maximilian von Hessen-Kassel, Bruder des regierenden Landgrafen und gleichzeitigen schwedischen Königs Friedrich I. Am 25. Februar 1752 heiratete sie den Prinzen Heinrich (ein Bruder Friedrichs des Großen) in der Charlottenburger Schloßkapelle.

Die Eheschließung war dem Prinzen nur insofern willkommen, als sie ihm die Einrichtung einer eigenen Hofhaltung erlaubte. Heinrich schrieb an eines seiner Geschwister, daß er von der Gefangenschaft, immer in der Nähe des Königs (sein eigener Bruder Friedrich d. Gr.) sein zu müssen, solange er nicht verheiratet ist, in die Gefangenschaft einer Ehe gehe. Dieser Satz sagt eine Menge aus. Der Verlauf der Ehe war der seines königlichen Bruders sehr ähnlich: Seit 1766 lebte das Paar getrennt.

Heinrich bekam bereits 1744 das Schloß Rheinsberg vom König geschenkt, durfte dort aber keinen Hof halten, solange er nicht verheiratet war. In Berlin baute er sich das so genannte Palais des Prinzen Heinrich, das heute besser bekannt ist als das Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin.

 

König Friedrich Wilhelm II. (1744-1797) kam aufgrund der Kinderlosigkeit Friedrichs des Großen zur Regierung. Zunächst wurde aber sein Vater Prinz August Wilhelm als Thronfolger bestimmt, der jedoch 1758 verstarb. Das Verhältnis zu Friedrich dem Großen gestaltete sich schwierig. Friedrich Wilhelm fühlte sich von seinem Onkel nie richtig ernst genommen, woraus dieser auch kein Geheimnis machte: "Die Weiber werden regieren!", tönte Friedrich II. Und tatsächlich sollte Friedrich Recht behalten. Die erste Ehe mit der Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel wurde wegen beiderseitiger Untreue geschieden. Die zweite Ehefrau Königin Friederike Luise ertrug notgedrungen die Maitressenwirtschaft ihres Mannes. Die Bekannteste ist die Wilhelmine Encke, die er zur Gräfin Lichtenau machte. Hinzu traten noch zwei morganatische Ehen. So wurde aus dem "Dicken Wilhelm" bald im Berliner Volksmund der "Dicke Lüderjahn".

Obwohl im Kampf gegen die französischen Revolutionstruppen im Westen erfolglos, fielen ihm per Vertrag zwischen Rußland, Österreich und Preußen große Teile Polens (1793, 1795) im Osten in den Schoß. Unter seiner Regierung erlangte das unter Friedrich dem Großen begonnene sog. "Preußische Landrecht" Gesetzeskraft, das zu sehr großen Teilen in das "Bürgerliche Gesetzbuch" einfloß.

Seine Verdienste auf dem Gebiet der Kunst und Architektur, mit denen in Preußen der Klassizismus Einzug hielt, gelten als unbestritten. Die Königskammern waren eine der schönsten Raumschöpfungen des Frühklassizismus und von kulturhistorischer Bedeutung.

 

Prinzessin Friederike von Preußen (1767-1820) war die einzige Tochter des späteren Königs Friedrich Wilhelms II. v. Preußen mit seiner ersten Gemahlin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel. 1791 wurde sie in Berlin mit Friedrich Herzog v. York, dem Lieblingssohn Georgs III. v. England, vermählt. 

Interessanter aber ist das Schicksal ihrer Mutter Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel: Als nahe Verwandte des Hauses wurde sie auf Anordnung Friedrichs des Großen mit dem Thronfolger Friedrich Wilhelm (II.) 1765 vermählt. Nach den Wünschen des Königs sollte sie das lockere Liebesleben des Thronfolgers in geordnete Bahnen lenken. Doch Friedrich der Große wurde enttäuscht: Er schrieb an die Mutter der Prinzessin: „Der Gatte, jung und sittenlos, einem ausschweifenden Leben hingegeben, übte täglich Untreue an seiner Gemahlin; Die Prinzessin, die in der Blüte ihrer Schönheit stand, sah sich gröblich beleidigt durch die geringe Rücksicht, die man ihren Reizen schenkte. Ihre Lebhaftigkeit und ihre gute Meinung, die sie von sich hatte, brachten sie dazu, sich für das Unrecht zu rächen, das man ihr antat. Bald ergab sie sich Ausschweifungen, die denen ihres Gatten kaum nachstanden; die Katastrophe brach aus und wurde bald publik.“

1769 wurde die Ehe geschieden. Elisabeth Christine wurde als Staatsgefangene auf das Schloß Stettin verbannt. Bereut hat sie ihr Vorgehen auch später nicht, jedoch erleichterte ihr Onkel Friedrich der Große die Lebensbedingungen. Ihre Tochter, Prinzessin Friederike, wurde später von ihrer Stiefmutter Königin Friederike Luise (siehe dort) erzogen. Eine Verlobung mit dem dänischen Kronprinzen zerbrach. Später heiratete sie den Herzog v. York und lebte überwiegend in England, wo sie auch 1820 in Outstands bei London verstarb. Ihre Mutter sollte sie noch 20 Jahre überleben (1746-1840). Sie wurde 94 Jahre alt!

 

Königin Friederike Luise von Preußen (1751-1805) war eine Tochter des Landgrafen Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt und der Karoline von Pfalz-Zweibrücken, deren Geistesgaben Friedrich den Großen beeindruckten. Als Friedrich der Große für seinen Neffen, den Thronfolger Friedrich Wilhelm (II.), um ihre Hand anhielt, war man am Darmstädter Hof hoch geehrt. Gleichzeitig hatte man aber das Schicksal der ersten Gemahlin des Thronfolgers vor Augen und kannte seine Verhältnisse zu den vielen Maitressen. Trotz dieser Bedenken wurde das Brautpaar 1769 in Charlottenburg getraut. Da mag es wie ein schlechter Witz klingen, daß die Hochzeit am selben Tage stattfand wie die erste - dem 14. Juli. 

Anfangs noch voller Hoffnung, ihrem Gemahl, der schon bald im Volksmund der „Dicke Lüderjahn“ genannt werden sollte, eine treue Gefährtin zu sein, wurde ihr klar, dass sie sich mit dem Schicksal einer „Ehe im Schatten“ abzufinden hatte. Erfüllung fand sie in der Beschäftigung mit ihrer wachsenden Familie. 1770 schenkte sie dem späteren Friedrich Wilhelm III. das Leben. Fünf weitere Kinder sollten noch folgen. Die Klagen über die wachsende Entfremdung ihres Gemahls beantwortete die kluge Mutter mit guten Ratschlägen; sie solle ihren Missmut nie offen zeigen und auch mehr Sorgfalt auf ihr Äußeres verwenden. Das skurrile Erscheinungsbild ihrer Tochter, die in ständiger Gespensterfurcht lebend die Nacht zum Tage gemacht haben soll, war auch der Mutter nicht verborgen geblieben. Nach ihrem Tod 1774 und dem Tod Friedrichs des Großen 1786 besaß Friederike Luise keine Fürsprecher mehr. Die Demütigungen seitens des Königs gipfelten nun in zwei kurz nacheinander geschlossenen Ehen „zur linken Hand“ mit der Gräfin Voß und der Gräfin Dönhoff, zu denen die Königin notgedrungen ihre Zustimmung geben musste, die sie allerdings von finanziellen Zuwendungen abhängig machte. Die bekannteste Maitresse des Königs blieb allerdings die Trompeterstochter Wilhelmine Encke, die spätere Gräfin Lichtenau. In Bad Freienwalde konnte sie den höfischen Intrigen entfliehen. Lange Zeit wohnte sie dort in Bürgerhäusern zur Miete. Sie starb am 25.2.1805 an den Folgen eines Schlaganfalls. 

 

Herzog Friedrich von Mecklenburg-Schwerin, den die Geschichtsschreibung den Beinamen „der Fromme“ gab, übernahm im Jahr 1756 die Regierung des Landes Mecklenburg. Unter ihm wurde das Schloß Ludwigslust das, was es heute ist. Es erhielt sein heutiges Aussehen. Sparsam wie er ist, läßt er den goldenen Stuck in seinem Hause nicht aus Gips formen, sondern aus Pappmaché. Selbst die großen Türen zwischen den einzelnen Kabinetten enthalten keine geschnitzten Ornamente, sondern solche aus Papier. Diese Täuschung ist bemerkenswerterweise kaum zu erkennen.

Friedrich hatte einen ausgeprägten Sinn für die Naturwissenschaften und Mathematik, liebte die Musik und Malerei und fertigte selbst Kupferstiche. Er wollte als frommer Landesvater seinen Untertanen Vorbild sein und verabscheute alles Laute und Unzüchtige. Ludwigslust schien ihm dabei der richtige Ort, um fern vom Lärm der großen Welt seinen Neigungen nachzugehen, ohne jedoch die Regierungsgeschäfte zu vernachlässigen. Auf der für Adelige dieser Zeit üblichen großen Tour durch Europa lernte er unter anderem die höfische Kunst Frankreichs und die mustergültige Wirtschaft Hollands kennen.

Jedoch seit seinem Aufenthalt am Hofe seiner Tante Augusta im Jahre 1742 entwickelte Friedrich eine eifrige Frömmigkeit.  Seine pietistischen Neigungen setzten dem aufgeklärten Geist  und der Liebe zur Kunst enge Grenzen und trieben bisweilen sonderbare Blüten. Bald nach dem Regierungsantritt verbot Friedrich das Theater, da es ihm zu laut und zu unsittlich erschien. Hierdurch erfuhr die unter seinem Vorgänger, dem Herzog Christian II. Ludwig so hoffnungsvoll verlaufende Entwicklung der Schauspielkunst in Mecklenburg ein plötzliches Ende. Seinen Untertanen gönnte Friedrich nicht einmal das harmlose Vergnügen des Kartespiels und gebot stattdessen das Lesen der Bibel. Der Landbevölkerung soll er sogar die Tanzmusik untersagt haben. Schließlich übertrug  Friedrich seinem Hofmaler Dietrich Findorff die wenig rühmliche Aufgabe, leicht entblößte Gestalten, die die Barockgemälde belebten, in „anständige“ Kleider zu hüllen.